Bei dem Wertpapier mit dem Kürzel KKRS handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Aktie, sondern um eine börsennotierte Anleihe (Note) der KKR Group Finance Co. IX LLC. Die Gesellschaft ist eine Finanzierungstochter des US-Finanzinvestors KKR & Co. Inc. und dient der Kapitalbeschaffung des Konzerns. Anleger erwerben mit dem Papier keinen Anteil am Unternehmen, sondern eine Forderung gegen den Emittenten, die an der New Yorker Börse NYSE gehandelt wird. Wenn im Folgenden von der KKRS-Aktie die Rede ist, ist dieses Papier gemeint, wie es auch unter dem Suchbegriff geläufig ist.
Der KKR-Konzern mit Sitz in New York zählt zu den weltweit größten alternativen Vermögensverwaltern. Das Geschäft umfasst vor allem Private Equity, Infrastruktur, Immobilien und Kreditanlagen sowie den Versicherungsbereich. KKR verwaltet Kapital für institutionelle und zunehmend auch private Anleger und verdient daran Verwaltungsgebühren, Erfolgsbeteiligungen und Erträge aus eigenen Anlagen. Zu den wichtigsten Wettbewerbern gehören Blackstone, Apollo Global Management, Carlyle und Brookfield.
Die Kennzahlen aus den Konzernangaben: Im letzten Geschäftsjahr lag der Umsatz bei 17,2 Mrd. Euro, die Zahl der Mitarbeiter bei 5.043. Ein Nettogewinn liegt in den vorliegenden Daten nicht vor, deshalb lässt sich auch keine Nettomarge berechnen. Zu beachten ist, dass der Umsatz bei Finanzinvestoren stark schwanken kann, weil Erfolgsbeteiligungen und Bewertungsgewinne von den Kapitalmärkten abhängen. Die Zahlen beziehen sich zudem auf den Konzern und nicht auf die Finanzierungstochter selbst.
Bei der Ausschüttung unterscheidet sich die KKRS-Aktie von Dividendenpapieren: Sie zahlt keine Dividende im eigentlichen Sinn, sondern einen festgelegten Zins beziehungsweise Kupon. Gemessen am aktuellen Kurs ist die laufende Rendite hoch. Die Höhe der Zahlungen ist an die Anleihebedingungen gebunden und hängt nicht vom Gewinn ab, solange der Emittent zahlungsfähig bleibt.
Chancen liegen in den regelmäßigen, planbaren Zinszahlungen und im Rückhalt durch einen großen, breit aufgestellten Konzern. Risiken sind Zinsänderungen, die den Kurs belasten können, das Bonitätsrisiko von Emittent und Konzern, mögliche Nachrangigkeit oder Kündigungsrechte laut Anleihebedingungen sowie die Abhängigkeit des Geschäfts von Kapitalmarkt und Transaktionsaktivität. Dazu kommt bei einem Handel an der NYSE ein mögliches Währungsrisiko für Anleger im Euroraum. Vor einem Kauf sollten die Emissionsbedingungen geprüft werden.
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