Die Bradesco-Aktie steht für eine der größten privaten Banken Lateinamerikas. Banco Bradesco S.A. hat seinen Hauptsitz in Osasco im Bundesstaat São Paulo, Brasilien. Das Papier mit dem Symbol BBDO wird an der NYSE gehandelt, vermutlich in Form von American Depositary Receipts (ADR) auf Vorzugsaktien des brasilianischen Instituts, und ist damit kein klassischer Stammaktien-Direktkauf am Heimatmarkt. Anleger sollten diese Konstruktion beachten, da sie unter anderem Währungs- und Quellensteuerfragen berührt.
Bradesco ist eine Universalbank. Das Geschäft umfasst Privat- und Firmenkundenbanking mit Konten, Krediten und Kartengeschäft sowie Vermögensverwaltung und Investmentbanking. Hinzu kommt ein bedeutendes Versicherungsgeschäft, das Leben-, Kranken- und Sachversicherungen sowie Vorsorgeprodukte umfasst. Der wichtigste Markt ist Brasilien, wo die Bank über ein dichtes Filial- und Digitalnetz eine breite Kundschaft von Privatpersonen bis zu Großunternehmen bedient.
Im brasilianischen Bankensektor gehört Bradesco zu den führenden Häusern. Zu den wichtigsten Wettbewerbern zählen Itaú Unibanco, die staatlich kontrollierten Institute Banco do Brasil und Caixa Econômica Federal sowie Santander Brasil. Zunehmend konkurrieren auch digitale Anbieter und Fintechs wie Nubank um Kunden, vor allem bei Konten, Karten und Krediten.
Im letzten Geschäftsjahr erzielte die Bank laut den vorliegenden Daten einen Umsatz von 279,0 Mrd. Euro und einen Nettogewinn von 21,2 Mrd. Euro. Daraus ergibt sich eine Nettomarge von rund 7,6 Prozent. Bei Banken enthält der Umsatz allerdings auch Zinserträge und Versicherungsprämien, weshalb die Marge nur eingeschränkt mit der anderer Branchen vergleichbar ist. Das Unternehmen beschäftigt 82.095 Mitarbeiter. Die Bewertung der Aktie ist im Branchenvergleich eher niedrig, die Ausschüttungspolitik gilt als hoch: Bradesco schüttet regelmäßig einen erheblichen Teil des Gewinns als Dividende und Zinsen auf das Eigenkapital aus.
Chancen für Aktionäre liegen in der starken Marktstellung, der breiten Ertragsbasis durch Bank- und Versicherungsgeschäft, der Digitalisierung und der hohen Ausschüttung. Dem stehen Risiken gegenüber: die Abhängigkeit von der brasilianischen Konjunktur, hohe Zinsen und Kreditausfälle, politische und regulatorische Einflüsse sowie der Wettbewerbsdruck durch Fintechs. Für Anleger im Euroraum kommt das Währungsrisiko des brasilianischen Real gegenüber dem Euro bzw. US-Dollar hinzu, das Erträge und Dividenden deutlich beeinflussen kann.
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