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Größte Unternehmen nach Umsatz

Die wertvollsten Aktien der Welt, sortiert nach Umsatz. Vergleiche die Top 100 Unternehmen auf einen Blick.

100
1724,9 Mrd. €286,82 Bio. €
213,9 Mrd. €126,16 Bio. €
328,7 Mrd. €95,85 Bio. €
4
Korea Electric Power Corporation
KEP
14,2 Mrd. €83,02 Bio. €
5
POSCO Holdings Inc.
PKX
18,2 Mrd. €59,31 Bio. €
6
Toyota
TM
205,0 Mrd. €46,20 Bio. €
7
KB Financial Group Inc.
KB
31,1 Mrd. €43,58 Bio. €
8
Grupo Cibest S.A.
CIB
15,0 Mrd. €36,90 Bio. €
9
Shinhan Financial Group Co., Ltd.
SHG
25,3 Mrd. €29,82 Bio. €
10
YPF Sociedad Anónima
YPF
18,5 Mrd. €22,81 Bio. €
11
Honda Motor Co., Ltd.
HMC
29,3 Mrd. €19,87 Bio. €
12
Mitsubishi Corporation
MTSUY
96,7 Mrd. €17,24 Bio. €
13
SK Telecom Co.,Ltd
SKM
14,9 Mrd. €14,70 Bio. €
14
ITOCHU Corporation
ITOCF
73,6 Mrd. €12,82 Bio. €
15
Mitsui & Co., Ltd.
MITSY
76,8 Mrd. €12,76 Bio. €
16
NTT, Inc.
NPPXF
67,2 Mrd. €12,47 Bio. €
17
Mitsubishi UFJ Financial Group, Inc.
MUFG
183,3 Mrd. €12,25 Bio. €
18
Sony Group Corporation
SONY
114,6 Mrd. €11,38 Bio. €
19
Sumitomo Mitsui Financial Group, Inc.
SMFG
72,6 Mrd. €9,31 Bio. €
20
Hitachi, Ltd.
HTHIF
127,7 Mrd. €9,16 Bio. €
21
Mizuho Financial Group, Inc.
MFG
94,7 Mrd. €8,16 Bio. €
22
Hon Hai Precision Industry Co., Ltd.
HNHPF
115,7 Mrd. €7,00 Bio. €
23
SoftBank Group Corp.
SFTBF
282,5 Mrd. €6,75 Bio. €
24
Tokio Marine Holdings, Inc.
TKOMF
75,2 Mrd. €6,50 Bio. €
25
State Bank of India
SBKFF
78,7 Mrd. €6,47 Bio. €
26
SoftBank Corp.
SOBKY
55,6 Mrd. €6,42 Bio. €
27
Sompo Holdings, Inc.
SMPNY
60,4 Mrd. €5,68 Bio. €
28
KDDI Corporation
KDDIY
57,1 Mrd. €5,54 Bio. €
29
Mitsubishi Electric Corporation
MIELF
69,3 Mrd. €5,10 Bio. €
30
Sumitomo Electric Industries, Ltd.
SMTOY
56,1 Mrd. €4,66 Bio. €
31
HDFC Bank Limited
HDB
104,1 Mrd. €4,48 Bio. €
32
Mitsubishi Heavy Industries, Ltd.
MHVYF
65,7 Mrd. €4,30 Bio. €
33
Takeda Pharmaceutical Company Limited
TAK
41,3 Mrd. €4,11 Bio. €
34
Nomura Holdings, Inc.
NMR
20,6 Mrd. €4,09 Bio. €
35
Banco Santander-Chile
BSAC
12,5 Mrd. €4,01 Bio. €
36
Woori Financial Group Inc.
WF
12,5 Mrd. €3,54 Bio. €
37
Joint Stock Company Kaspi.kz
KSPI
14,7 Mrd. €3,38 Bio. €
38
Recruit Holdings Co., Ltd.
RCRUY
83,8 Mrd. €3,37 Bio. €
39
TSMC
TSMC
TSM
1,94 Bio. €3,31 Bio. €
40
ORIX Corporation
IX
37,0 Mrd. €3,04 Bio. €
41
Japan Tobacco Inc.
JAPAF
61,5 Mrd. €2,98 Bio. €
421,39 Bio. €2,92 Bio. €
43
ICICI Bank Limited
IBN
79,3 Mrd. €2,68 Bio. €
44
Banco de Chile
BCH
16,2 Mrd. €2,60 Bio. €
45
Larsen & Toubro Limited
LTOUF
48,4 Mrd. €2,59 Bio. €
46
JAPAN POST BANK Co., Ltd.
JPPTY
57,4 Mrd. €2,55 Bio. €
47
PetroChina Company Limited
PCCYF
292,3 Mrd. €2,46 Bio. €
48
Tokyo Electron Limited
TOELY
133,1 Mrd. €2,23 Bio. €
49
Shin-Etsu Chemical Co., Ltd.
SHECF
78,8 Mrd. €2,23 Bio. €
50
China Petroleum & Chemical Corporation
SNPMF
90,0 Mrd. €2,10 Bio. €
51
Tata Steel Limited
TATLY
99,3 Mrd. €2,10 Bio. €
52
Mahindra & Mahindra Limited
MAHMF
33,0 Mrd. €1,80 Bio. €
53
Murata Manufacturing Co., Ltd.
MRAAY
106,2 Mrd. €1,67 Bio. €
54
Industrial and Commercial Bank of China Limited
IDCBF
270,8 Mrd. €1,28 Bio. €
55
GAIL (India) Limited
GAILF
10,1 Mrd. €1,28 Bio. €
56
Industrial & Commercial Bank of China Ltd.
IDCBY
258,9 Mrd. €1,28 Bio. €
57
Grasim Industries Limited
GRSXY
18,4 Mrd. €1,28 Bio. €
58
Agricultural Bank of China Limited
ACGBF
232,6 Mrd. €1,17 Bio. €
59
China Construction Bank Corporation
CICHY
325,0 Mrd. €1,14 Bio. €
60
JD.com, Inc.
JD
34,3 Mrd. €1,13 Bio. €
61
Chugai Pharmaceutical Co., Ltd.
CHGCF
69,5 Mrd. €1,08 Bio. €
62
Bank of China Limited
BACHF
184,1 Mrd. €1,05 Bio. €
63
Keyence Corporation
KYCCF
105,3 Mrd. €1,01 Bio. €
64
Advantest Corporation
ADTTF
104,1 Mrd. €976,4 Mrd. €
65
Alibaba Group Holding Limited
BABA
251,6 Mrd. €880,1 Mrd. €
66
HOYA Corporation
HOCPY
47,8 Mrd. €864,0 Mrd. €
67
UltraTech Cement Limited
UCLQF
25,5 Mrd. €800,7 Mrd. €
68
Ping An Insurance (Group) Company of China, Ltd.
PIAIF
126,1 Mrd. €797,8 Mrd. €
69
Wipro Limited
WIT
21,7 Mrd. €796,3 Mrd. €
70
América Móvil, S.A.B. de C.V.
AMX
65,1 Mrd. €761,0 Mrd. €
71
BYD Company Limited
BYDDF
91,8 Mrd. €682,7 Mrd. €
72
ASUSTeK Computer Inc.
ASUUY
10,2 Mrd. €638,8 Mrd. €
73430,5 Mrd. €629,7 Mrd. €
742,42 Bio. €616,4 Mrd. €
75785,4 Mrd. €613,1 Mrd. €
76
ASE Technology Holding Co., Ltd.
ASX
72,0 Mrd. €557,9 Mrd. €
77
China Life Insurance Company Limited
CILJF
150,3 Mrd. €520,3 Mrd. €
78
Postal Savings Bank of China Co., Ltd.
PSTVY
62,5 Mrd. €472,7 Mrd. €
79
Bank of Communications Co., Ltd.
BCMXY
72,9 Mrd. €428,3 Mrd. €
8023,1 Mrd. €405,1 Mrd. €
81132,3 Mrd. €402,2 Mrd. €
82
Amada Co., Ltd.
AMDLY
104,6 Mrd. €398,7 Mrd. €
83
UnitedHealth
UNH
296,6 Mrd. €384,8 Mrd. €
84
Xiaomi Corporation
XIACF
81,6 Mrd. €383,0 Mrd. €
85
PDD Holdings Inc.
PDD
105,3 Mrd. €371,3 Mrd. €
863,87 Bio. €357,8 Mrd. €
871,16 Bio. €353,1 Mrd. €
88
McKesson Corporation
MCK
75,9 Mrd. €346,9 Mrd. €
893,91 Bio. €346,5 Mrd. €
90
CVS Health Corporation
CVS
99,4 Mrd. €345,7 Mrd. €
9173,8 Mrd. €330,6 Mrd. €
92872,1 Mrd. €319,4 Mrd. €
93
Meituan
MPNGF
54,0 Mrd. €305,6 Mrd. €
94
Dr. Reddy's Laboratories Limited
RDY
9,5 Mrd. €303,9 Mrd. €
95
China CITIC Bank Corporation Limited
CHCJY
52,8 Mrd. €297,9 Mrd. €
9631,6 Mrd. €294,2 Mrd. €
97
Zijin Mining Group Company Limited
ZIJMF
93,8 Mrd. €292,4 Mrd. €
98532,6 Mrd. €278,5 Mrd. €
9946,3 Mrd. €276,7 Mrd. €
100
Cencora, Inc.
COR
44,3 Mrd. €276,3 Mrd. €

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Umsatz-Ranking: Die umsatzstärksten Unternehmen der Welt

Der Umsatz — auch Erlös oder Revenue genannt — ist die oberste Zeile der Gewinn-und-Verlust-Rechnung und misst die Gesamteinnahmen eines Unternehmens aus seiner Geschäftstätigkeit. Während Gewinnkennzahlen durch Abschreibungen, Sondereffekte und Bilanzierungsentscheidungen beeinflusst werden können, ist der Umsatz vergleichsweise schwer zu manipulieren. Unser Umsatz-Ranking listet börsennotierte Unternehmen nach ihrem Jahresumsatz und zeigt, welche Konzerne die größten Geschäftsvolumen erzielen.

Warum Umsatz als Bewertungskennzahl?

Im Zentrum der umsatzbasierten Bewertung steht das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV), englisch Price-to-Sales Ratio (P/S Ratio):

KUV = Marktkapitalisierung ÷ Jahresumsatz

Oder auf Aktienebene: Aktienkurs ÷ Umsatz je Aktie. Ein KUV von 2 bedeutet, dass Anleger das Zweifache des Jahresumsatzes für das Unternehmen zahlen.

Das KUV hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem KGV: Es funktioniert auch bei Unternehmen, die noch keine Gewinne erzielen. Für Wachstumsunternehmen, die bewusst auf Profitabilität verzichten, um Marktanteile zu gewinnen, ist der Umsatz oft die aussagekräftigste Kennzahl. Genau deshalb gewinnt das KUV in bestimmten Marktsegmenten an Bedeutung.

Top-Line vs. Bottom-Line: Zwei Perspektiven auf Unternehmenserfolg

In der Finanzanalyse unterscheidet man zwischen Top-Line Growth (Umsatzwachstum) und Bottom-Line Growth (Gewinnwachstum). Die Begriffe leiten sich aus der Position in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung ab: Der Umsatz steht ganz oben (Top Line), der Nettogewinn ganz unten (Bottom Line).

Beide Perspektiven haben ihre Berechtigung und liefern unterschiedliche Informationen:

Top-Line Growth zeigt, ob ein Unternehmen seinen Markt ausbaut, neue Kunden gewinnt und seine Produkte nachgefragt werden. Es ist ein Indikator für die Wettbewerbsposition und das Wachstumspotenzial. Schrumpfender Umsatz ist fast immer ein Warnsignal — selbst wenn der Gewinn durch Kostensenkungen noch steigt.

Bottom-Line Growth zeigt die Fähigkeit, Umsatz in Gewinn umzuwandeln. Ein Unternehmen kann den Umsatz steigern und trotzdem Wert vernichten, wenn die Kosten schneller wachsen. Umgekehrt kann ein Unternehmen mit stagnierendem Umsatz durch Effizienzsteigerungen profitabler werden.

Die interessanteste Kombination aus Anlegersicht ist starkes Umsatzwachstum bei steigenden oder stabilen Margen — das deutet auf ein skalierbares Geschäftsmodell hin, bei dem zusätzlicher Umsatz überproportional zum Gewinn beiträgt.

Wann Umsatz wichtiger ist als Gewinn

Es gibt Phasen und Geschäftsmodelle, in denen der Umsatz die relevantere Kennzahl ist als der Gewinn. Das gilt besonders in folgenden Situationen:

Wachstumsunternehmen in der Investitionsphase: Unternehmen wie Amazon, Tesla oder Spotify haben über Jahre hohe Umsätze bei minimalen Gewinnen oder sogar Verlusten erwirtschaftet. Sie investierten bewusst in Marktanteile, Infrastruktur und Kundengewinnung. Der Markt bewertete sie primär nach Umsatzwachstum und dem Potenzial, diese Umsätze langfristig in Gewinne umzuwandeln.

Amazon ist das Paradebeispiel: Von der Gründung 1994 bis etwa 2015 erzielte das Unternehmen kaum nennenswerte Gewinne. Gründer Jeff Bezos investierte nahezu jeden Dollar in Wachstum — neue Produktkategorien, AWS, Logistik-Infrastruktur. Analysten, die Amazon nach klassischen Gewinnkennzahlen bewerteten, hielten die Aktie jahrelang für hoffnungslos überbewertet. Wer stattdessen auf das Umsatzwachstum und die strategische Positionierung schaute, erkannte das Potenzial.

Tesla folgte einem ähnlichen Muster: Jahrelange Verluste, finanziert durch Kapitalerhöhungen, bei gleichzeitig explosivem Umsatzwachstum. Erst ab 2020 wurde Tesla nachhaltig profitabel — zu einem Zeitpunkt, als die Marktkapitalisierung bereits höher war als die aller anderen Automobilhersteller zusammen.

Software-as-a-Service (SaaS): Bei SaaS-Unternehmen ist der jährlich wiederkehrende Umsatz (Annual Recurring Revenue, ARR) die zentrale Steuerungsgröße. Die hohen Kundenakquisitionskosten führen anfangs zu Verlusten, aber die niedrigen Grenzkosten je zusätzlichem Kunden versprechen langfristig hohe Margen. Der Markt bewertet SaaS-Unternehmen oft mit dem 10- bis 20-Fachen ihres Umsatzes — ein KGV wäre bei negativen Gewinnen nicht anwendbar.

Turnaround-Situationen: Bei Unternehmen in der Restrukturierung sind die Gewinne durch Sondereffekte verzerrt. Der Umsatz zeigt verlässlicher, ob das Kerngeschäft intakt ist und ob Kunden dem Unternehmen treu bleiben.

Branchenunterschiede beim KUV

Wie beim KGV sind auch beim KUV die Branchenunterschiede erheblich, und ein sinnvoller Vergleich ist nur innerhalb derselben Branche möglich:

  • Software / Cloud: KUV von 8 bis 20. Die hohen Bewertungen spiegeln wiederkehrende Umsätze, hohe Bruttomargen von 70 bis 80 Prozent und starke Skaleneffekte wider.
  • E-Commerce / Online-Marktplätze: KUV von 2 bis 6. Niedrigere Margen als Software, aber starkes Wachstumspotenzial und Netzwerkeffekte.
  • Pharma / Biotech: KUV von 3 bis 8. Patent-geschützte Medikamente mit hohen Margen rechtfertigen höhere Bewertungen. Biotechs ohne zugelassene Produkte werden nach Pipeline-Potenzial bewertet.
  • Einzelhandel: KUV von 0,3 bis 1,5. Margen im niedrigen einstelligen Bereich drücken die Bewertung. Walmart handelt typischerweise mit einem KUV unter 1.
  • Automobilindustrie: KUV von 0,3 bis 1,0. Hohe Umsätze bei niedrigen Margen ergeben niedrige KUV-Werte.
  • Banken: Das KUV ist für Banken wenig aussagekräftig, da deren „Umsatz" (Zinseinnahmen, Provisionen) nicht mit dem Umsatz produzierender Unternehmen vergleichbar ist.

Die Grenzen des Umsatzes als Kennzahl

So aufschlussreich der Umsatz ist — als alleiniges Bewertungskriterium reicht er nicht aus. Anleger sollten folgende Limitierungen beachten:

Umsatz sagt nichts über Profitabilität. Ein Unternehmen kann Milliarden umsetzen und trotzdem Geld verlieren, wenn die Kostenstruktur nicht stimmt. Klassisches Beispiel: Einzelhändler mit hohen Umsätzen, aber Margen im niedrigen einstelligen Bereich, die bei leichtem Gegenwind in die Verlustzone rutschen.

Revenue Quality variiert. Nicht jeder Umsatz-Euro ist gleich viel wert. Wiederkehrende Abo-Umsätze (SaaS, Streaming) sind wertvoller als einmalige Produktverkäufe. Lizenzumsätze mit hohen Margen sind wertvoller als Hardware-Umsätze mit niedrigen Margen. Ein differenzierter Blick auf die Umsatzzusammensetzung ist daher essenziell.

Umsatzwachstum kann teuer erkauft sein. Manche Unternehmen steigern ihren Umsatz durch aggressive Preissenkungen, teure Übernahmen oder Marktanteilskauf mit negativen Deckungsbeiträgen. Das Umsatzwachstum sieht dann beeindruckend aus, zerstört aber Wert. Die Kombination aus Umsatzwachstum und Margenentwicklung liefert ein ehrlicheres Bild.

Konsolidierungseffekte bei Übernahmen. Nach einer Akquisition steigt der konsolidierte Umsatz sprunghaft, ohne dass organisches Wachstum stattgefunden hat. Die Unterscheidung zwischen organischem und anorganischem Wachstum ist daher zentral für die Beurteilung der Wachstumsqualität.

Umsatz als Frühindikator

Ein Aspekt, der den Umsatz von Gewinnkennzahlen unterscheidet: Er reagiert oft früher auf veränderte Marktbedingungen. Sinkende Umsätze signalisieren nachlassende Nachfrage, bevor sich das in den Gewinnen niederschlägt — denn Unternehmen können Kosten kurzfristig anpassen und so den Gewinn eine Weile stabil halten. Ein Unternehmen, das bei sinkendem Umsatz steigende Gewinne meldet, befindet sich auf dünnem Eis.

Umgekehrt ist beschleunigtes Umsatzwachstum ein positives Signal: Wenn ein Unternehmen seinen Umsatz im aktuellen Quartal um 20 Prozent steigert, nachdem es im Vorquartal nur 10 Prozent waren, deutet das auf zunehmende Nachfrage und Marktdynamik hin — selbst wenn der Gewinn noch hinterherhinkt.

Praktische Anwendung für Anleger

  • KUV immer im Branchenkontext: Ein KUV von 5 ist für ein Softwareunternehmen günstig, für einen Automobilhersteller astronomisch.
  • Umsatzwachstumsrate beobachten: Die Beschleunigung oder Verlangsamung des Umsatzwachstums ist oft aussagekräftiger als der absolute Wert.
  • Margenentwicklung parallel betrachten: Umsatzwachstum bei steigenden Margen ist der Idealfall. Wachstum bei sinkenden Margen sollte kritisch hinterfragt werden.
  • Organisches vs. akquisitorisches Wachstum unterscheiden: Nur organisches Wachstum zeigt die wahre Stärke des Geschäftsmodells.
  • Revenue Mix analysieren: Wiederkehrende Umsätze verdienen höhere Bewertungen als einmalige.

Umsatzwachstum als Frühindikator für Markttrends

Umsatzwachstum entfaltet seine analytische Stärke nicht nur auf Einzeltitelebene, sondern auch als Frühindikator für ganze Sektoren und Markttrends. Wenn eine Branche kollektiv beschleunigtes Umsatzwachstum meldet, signalisiert das oft eine Sektorrotation, bevor sich diese in den Gewinnen und Kursen manifestiert. Das liegt daran, dass Umsatzsteigerungen die unmittelbare Nachfrageseite widerspiegeln – Kunden bestellen mehr, schließen neue Verträge ab oder wechseln zu neuen Anbietern. Die Gewinnseite reagiert zeitverzögert, weil Kapazitätsausbau, Personalkosten und Investitionen zunächst die Margen belasten.

Ein anschauliches Beispiel lieferte der Cloud-Computing-Sektor zwischen 2016 und 2019: Unternehmen wie Microsoft Azure und Amazon AWS meldeten Quartal für Quartal zweistelliges Umsatzwachstum, während die operativen Gewinne dieser Sparten noch bescheiden ausfielen. Anleger, die das Umsatzwachstum als Trendindikator nutzten, erkannten früher als der breite Markt, dass Cloud-Computing von einer Nische zum dominierenden IT-Modell wurde. Ähnliche Muster zeigen sich aktuell im KI-Ökosystem: Unternehmen entlang der KI-Wertschöpfungskette – von Halbleitern über Cloud-Infrastruktur bis hin zu Software-Plattformen – verzeichnen sprunghaft steigende Umsätze, während viele dieser Firmen noch in die Monetarisierung ihrer Investitionen hineinwachsen.

Für Anleger bedeutet das: Aggregiertes Umsatzwachstum auf Branchenebene zu beobachten kann dabei helfen, strukturelle Verschiebungen früher zu identifizieren. Sinkt das Umsatzwachstum eines bisher boomenden Sektors, ist das häufig ein verlässlicheres Warnsignal als sinkende Gewinne – denn Gewinne können durch Kostensenkungen oder Bilanzierungseffekte noch eine Weile künstlich aufrechterhalten werden.

Quellen und weiterführende Daten

  • Bloomberg: Revenue-Daten und Price-to-Sales Ratios für internationale Aktien
  • S&P Global Market Intelligence: Branchenspezifische Umsatz- und Bewertungsdaten
  • Aswath Damodaran, NYU Stern School of Business: Price-to-Sales Ratios nach Branche (pages.stern.nyu.edu/~adamodar)
  • SEC EDGAR / Unternehmensberichte: Originale Geschäftsberichte mit Umsatzaufschlüsselung nach Segmenten