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Anleihen-ETF oder Festgeld: Was der sichere Teil im Depot bringt

20.000 € für den sicheren Teil: Ich rechne Festgeld, Bundesanleihe und zwei Anleihen-ETFs bei gleicher Laufzeit gegeneinander und zeige, wann der ETF lohnt.

700 € gegen 648 €

20.000 € sollen neben dem Aktien-ETF sicher liegen, zwei Jahre lang. Ein Festgeld bei einer Bank mit deutscher Einlagensicherung bringt dafür Anfang Oktober 2026 3,50 % im Jahr, also 700 €. Ein Anleihen-ETF mit Staatsanleihen aus dem Euroraum und ein bis drei Jahren Laufzeit bringt nach Kosten rund 3,24 %, also 648 €, wenn die Zinsen bleiben, wo sie sind. Beides vor Steuern.

Meine Ausgangsthese für diesen Artikel war: Wer bis zum Laufzeitende hält, bekommt mit Festgeld ähnlich viel wie mit einem Anleihen-ETF, ohne Kursrisiko und mit Einlagensicherung; der ETF lohnt sich vor allem, wenn man regelmäßig umschichtet. Der erste Teil stimmt, und zwar zugunsten des Festgelds: Gutes Festgeld liegt zurzeit vor dem kurzen ETF und deutlich vor der Bundesanleihe. Vorn liegt der ETF nur gegen den Durchschnitt aller Festgelder und, knapp, als breiter ETF mit langen Laufzeiten gegen lange Festgelder, dann aber mit deutlich mehr Kursrisiko. Der zweite Teil stimmt nur eingeschränkt. Der ETF ist beim Umschichten schneller, aber eine Festgeld-Leiter, bei der jedes Jahr eine Stufe frei wird, kommt nah heran und bringt mehr Zins.

3,50 %

Festgeld 2 Jahre, deutsche Einlagensicherung (Finanzfluss/Biallo, 1.10.2026)

3,10 %

Rendite einer Bundesanleihe mit 2 Jahren Restlaufzeit (Bundesbank, 19.10.2026)

−18,5 %

hat ein breiter Euro-Staatsanleihen-ETF 2022 verloren

Was ein Anleihen-ETF zahlt

Die Fonds selbst stellen wir auf der Seite zu den Anleihen-ETFs vor. Für den Vergleich reichen zwei, beide von iShares und beide mit Staatsanleihen aus dem Euroraum.

Der iShares € Govt Bond 1-3yr (IE00B14X4Q57) hält Anleihen, die in ein bis drei Jahren fällig werden, im Schnitt in 1,9 Jahren. Seine Effektivverzinsung, also die durchschnittliche Rendite seiner Anleihen bis zur Fälligkeit, lag am 16. Oktober 2026 bei 3,34 %. Davon gehen die laufenden Kosten von 0,10 % im Jahr ab, die das Basisinformationsblatt nennt. Bleiben 3,24 %. Seine Duration, auf die ich gleich komme, lag am selben Tag bei 1,85 Jahren.

Der iShares Core € Govt Bond (IE00B4WXJJ64) hält alle Laufzeiten, im Schnitt 8,4 Jahre. Er rentiert mit 3,83 %, nach 0,07 % Kosten bleiben 3,76 %. Seine Duration ist 6,7 Jahre.

Was ist eine Rendite bis zur Fälligkeit wert, wenn der Fonds nie fällig wird? Ein ETF kauft ständig neue Anleihen nach, wenn alte auslaufen. Die 3,24 % sind deshalb kein Versprechen wie der Zins eines Festgelds. Sie sind das, was der Fonds bringt, wenn die Zinsen gleich bleiben. Steigen sie, fällt erst der Kurs, danach bringt jede nachgekaufte Anleihe mehr.

Es gibt auch ETFs mit festem Fälligkeitsjahr, die bis dahin halten und dann auszahlen, etwa einen Amundi-Fonds mit Euro-Staatsanleihen bis Ende 2028 (LU2780871310, 0,09 % Kosten). Sie kommen dem Festgeld am nächsten. Bisher sind sie in Deutschland aber sehr klein, dieser hatte laut justETF im Oktober 2026 nur rund 6 Mio. € Fondsvermögen, und ein so kleiner Fonds kann vor seiner Fälligkeit geschlossen werden. Ich lasse sie deshalb aus dem Vergleich.

Wie viel der Kurs fällt, sagt die Duration. Steigen die Zinsen um einen Prozentpunkt, verliert der Fonds ungefähr so viele Prozent, wie die Duration Jahre hat. Auf 20.000 € sind das beim kurzen ETF rund 370 €, beim breiten rund 1.340 €. Grob gerechnet holt der Fonds diesen Verlust in etwa so vielen Jahren wieder auf, wie die Duration lang ist, weil er danach jedes Jahr rund einen Prozentpunkt mehr verdient. Beim kurzen ETF sind das knapp zwei Jahre, beim breiten fast sieben. Das ist der eigentliche Unterschied zwischen den beiden, nicht die Rendite.

Die Rechnung: 20.000 € für zwei Jahre

Fair ist der Vergleich nur bei gleicher Laufzeit. Der kurze ETF hält Anleihen mit im Schnitt knapp zwei Jahren, also stelle ich ihn neben Festgeld und Bundesanleihe mit zwei Jahren. Beim Festgeld steht der Zins fest. Beim ETF nehme ich an, dass die Zinsen am Markt bleiben, wo sie Mitte Oktober 2026 stehen.

Wo die 20.000 € liegenZinsPro Jahr
Festgeld 1–2 Jahre, Schnitt aller Banken2,64 %528 €
Bundesanleihe, 2 Jahre Restlaufzeit, direkt gekauft3,10 %620 €
Anleihen-ETF 1–3 Jahre, nach Kosten3,24 %648 €
Festgeld 2 Jahre, deutsche Einlagensicherung3,50 %700 €

Vor Steuern und ohne Orderkosten. Festgeld: Biallo-Daten bei Finanzfluss, Stand 1. Oktober 2026; 3,50 % zahlen dort unter anderem Ascory Bank, Isbank und Bank of Scotland, alle mit jährlicher Zinsgutschrift. Schnitt: Bundesbank, alle neu abgeschlossenen Festgelder privater Haushalte mit über einem bis zwei Jahren Laufzeit im August 2026. Bundesanleihe: Zinsstrukturkurve der Bundesbank, 19. Oktober 2026. ETF: Effektivverzinsung laut iShares, 16. Oktober 2026, minus laufende Kosten.

Drei Dinge lese ich daraus.

Erstens: Gutes Festgeld schlägt den kurzen Anleihen-ETF um 52 € im Jahr, über zwei Jahre um 104 €. Das ist kein großer Abstand, aber er steht fest, während die 648 € des ETF eine Schätzung sind. „Ähnlich viel“ trifft es, nur in die andere Richtung, als man bei einem Wertpapier erwarten würde.

Zweitens: Der ETF holt seinen Zins zum Teil über ein höheres Risiko. Ein Drittel seiner Anleihen kommt aus Italien (32,6 % Ende September 2026), das mehr Zins zahlt, weil es als weniger sicherer Schuldner gilt. Die zweijährige Bundesanleihe bringt nur 3,10 %. Ein kurzer ETF nur mit Bundesanleihen läge also noch weiter hinter dem Festgeld. Banken, die um Einlagen werben, zahlen über dem Zins, den der deutsche Staat bietet. Davon profitierst du als Sparer, nicht als Anleihekäufer.

Drittens: Gegen den Schnitt gewinnt jeder Anleihen-ETF. Über alle Banken, Filialbanken eingeschlossen, lag der Zins für neue Festgelder mit über einem bis zwei Jahren laut Bundesbank im August 2026 bei 2,64 %. Der Vergleich ist also nicht ETF gegen Festgeld, sondern ETF gegen das Festgeld, das du dir tatsächlich aussuchst. Wer Festgeld wählt, sollte die Angebote vergleichen, etwa in unserem Festgeld-Vergleich.

Und der breite ETF mit langen Laufzeiten?

Den breiten ETF muss ich gegen lange Festgelder stellen, denn seine Anleihen laufen im Schnitt 8,4 Jahre.

Wo die 20.000 € liegenZinsPro Jahr
Festgeld 5 oder 10 Jahre, deutsche Einlagensicherung3,60 %720 €
Anleihen-ETF alle Laufzeiten, nach Kosten3,76 %752 €

Festgeld: Grenke Bank (5 Jahre) und IKB Deutsche Industriebank (10 Jahre), Biallo-Daten bei Finanzfluss, Stand 1. Oktober 2026. ETF: Effektivverzinsung laut iShares, 16. Oktober 2026, minus 0,07 % Kosten.

Hier liegt der ETF vorn, um 32 € im Jahr. Den Vorsprung kauft er sich mit Italien-Anteil und Kursrisiko. Wie teuer das werden kann, zeigt das laufende Jahr: Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte Ende 2025 mit 2,94 %, am 19. Oktober 2026 mit 3,49 %. Der breite ETF lag am 16. Oktober 2,38 % im Minus seit Jahresbeginn. Auf 20.000 € sind das 476 €, während jedes Festgeld weiter seine Zinsen gezahlt hat. Mit einer Duration von fast sieben Jahren ist er eine Wette auf die Zinsen: Fallen sie, gewinnt er deutlich, steigen sie, verliert er.

Was die letzten zehn Jahre zeigen

Die Zahlen von heute sind eine Momentaufnahme. Deshalb der Blick zurück auf 2016 bis 2025, ein Jahrzehnt mit Negativzinsen, Zinsschock und Zinssenkungen.

JahrETF 1–3 J.ETF alleFestgeld
2016+0,33 %+3,05 %0,62 %
2017+0,05 %−0,01 %0,39 %
2018−0,32 %+0,80 %0,38 %
2019+0,17 %+6,70 %0,46 %
2020−0,14 %+4,84 %0,51 %
2021−0,85 %−3,53 %0,28 %
2022−4,28 %−18,52 %0,97 %
2023+3,51 %+7,06 %2,86 %
2024+3,09 %+1,75 %2,78 %
2025+2,30 %+0,61 %2,05 %
Zehn Jahre zusammen+3,7 %+0,1 %+11,8 %

ETFs: Wertentwicklung laut iShares-Factsheets, September 2026. Festgeld: Durchschnittszins aller Banken für neue Festgelder privater Haushalte mit über einem bis zwei Jahren Laufzeit laut Bundesbank, Mittel der zwölf Monatswerte, eigene Rechnung. Als grobe Näherung: jedes Jahr zum Durchschnittszins dieses Jahres angelegt.

Aus 10.000 € wurden im kurzen ETF in zehn Jahren 10.369 €, im breiten 10.009 €. Mit dem Festgeld zum Durchschnittszins wären es rund 11.180 € geworden. Rechne ich stattdessen mit Festgeld bis ein Jahr, jedes Jahr neu angelegt, sind es 10.969 €. In jeder Variante liegt das Festgeld vorn, und mit den besten Angeboten statt dem Schnitt wäre es mehr gewesen.

Der Grund liegt in den Jahren 2016 bis 2021. Zweijährige Bundesanleihen rentierten an jedem Jahresende dieser Zeit zwischen −0,63 und −0,80 %. Der kurze ETF hielt zum Teil höher verzinste Anleihen anderer Euro-Staaten und kam auf rund −0,1 % im Jahr. Die Banken dagegen haben negative Zinsen auf Festgeld mit dieser Laufzeit nicht weitergegeben; der Durchschnitt blieb über null. Dann kam 2022, die EZB erhöhte die Zinsen in schnellen Schritten, und der breite ETF verlor in einem Jahr 18,5 %. Von 2023 bis 2025 lagen beide ETFs vor dem durchschnittlichen Festgeld, der breite mit 3,1 % im Jahr, der kurze mit 3,0 %, das Festgeld mit 2,6 %. Seit Januar 2026 hat der breite davon wieder einen Teil abgegeben.

Für die These heißt das: Über diese zehn Jahre hat Festgeld mehr gebracht als der ETF, nicht nur ähnlich viel. Das lag an einer Zeit, die sich nicht wiederholen muss. Aber sie zeigt, dass Festgeld nominal nicht verlieren kann und ein Anleihen-ETF schon.

Beim Umschichten: schneller, aber nicht viel

Bis hierhin spricht wenig für den Anleihen-ETF. Sein Vorteil liegt woanders: Du kannst ihn an jedem Börsentag verkaufen. Festgeld kannst du in der Regel nicht vorzeitig kündigen. Es gibt nur die Kündigung aus wichtigem Grund, etwa bei Tod oder Privatinsolvenz; sonst bleibt es bei der Kulanz der Bank, und die kostet meist die Zinsen.

Wichtig wird das, wenn der sichere Teil eine Aufgabe im Depot hat: die Aufteilung zwischen Aktien und Sicherem zu halten. Ein Beispiel mit runden Zahlen. Du hast 100.000 €, davon 70.000 € im Aktien-ETF und 30.000 € im sicheren Teil, und willst bei 70 zu 30 bleiben. Dann fallen die Aktien um 30 %.

  • Aktien: 70.000 € werden zu 49.000 €.
  • Gesamt: 49.000 € plus 30.000 € sind 79.000 €.
  • 70 % davon wären 55.300 € in Aktien. Du müsstest 6.300 € aus dem sicheren Teil in Aktien umschichten.

Mit dem kurzen Anleihen-ETF geht das am selben Tag. Mit einem einzigen Festgeld über drei Jahre geht es nicht, bis es ausläuft. Aber so legt niemand an, der umschichten will. Die naheliegende Lösung ist eine Festgeld-Leiter: je 10.000 € auf ein, zwei und drei Jahre, und jede Stufe, die frei wird, kommt wieder ans Ende. Dann wird jedes Jahr ein Drittel frei, also 10.000 €, mehr als die 6.300 €, die du brauchst. Du wartest höchstens zwölf Monate.

Und die Leiter bringt mehr. Mit deutscher Einlagensicherung zahlen Banken für ein und zwei Jahre 3,50 %, für drei Jahre 3,60 %. Auf 30.000 € sind das 1.060 € im Jahr. Der kurze ETF bringt auf dieselbe Summe 972 €. Die Leiter liegt also 88 € im Jahr vorn.

Was die schnellere Umschichtung wert ist, lässt sich nicht in Euro sagen. Erholen sich die Aktien in den Monaten, in denen du auf die nächste Stufe wartest, hast du einen Teil der Erholung verpasst. Fallen sie weiter, hast du mit dem Warten nichts verloren. Und 2022 hat gezeigt, dass Aktien und Anleihen-ETF auch zusammen fallen können; wer damals aus dem kurzen ETF umgeschichtet hat, hat mit Verlust verkauft. Für mich wiegt dieser Vorteil die 88 € nicht sicher auf.

Festgeld-Leiter konfigurieren

Teile dein Geld auf mehrere Festgeld-Tranchen mit steigenden Laufzeiten auf.

Gesamtbetrag40.000 €
Anzahl Stufen4
1J
10.000 €3,2% → +320 €
2J
10.000 €3,5% → +712 €
3J
10.000 €3,7% → +1.152 €
4J
10.000 €3,8% → +1.609 €

Pro Tranche

10.000 €

Gesamtrendite

+3.793 €

Ø Zinssatz

3,6%

Jedes Jahr wird eine Tranche fällig, die du für 4 Jahre neu anlegen kannst.

Der Rechner arbeitet mit fest eingebauten Zinsen von 3,2 bis 3,9 %, nicht mit den Angeboten aus diesem Artikel. Er zeigt, wie sich ein Betrag auf Stufen verteilt und wann welcher Teil frei wird.

Wer Geld jederzeit zum Umschichten bereithalten will, hat neben dem Anleihen-ETF zwei weitere Wege: ein Tagesgeld oder einen Geldmarkt-ETF. Beide folgen dem Einlagesatz der EZB von zurzeit 2,50 %, bringen also weniger als der kurze Anleihen-ETF, können dafür aber nicht im Kurs fallen, wenn die Zinsen steigen. Wie die beiden zueinander stehen, habe ich unter Geldmarkt-ETF oder Tagesgeld gerechnet.

Sicherheit: Einlagensicherung gegen Staaten

Festgeld ist eine Forderung gegen die Bank. Geht sie pleite, ersetzt die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € je Kunde und Bank. Das gilt in der ganzen EU, auch für ausländische Banken, nur zahlt dann das Sicherungssystem ihres Landes. Bei mehr als 100.000 € heißt das: auf mehrere Banken verteilen.

Beim Anleihen-ETF ist das Fondsvermögen vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt und liegt bei einer Verwahrstelle. Geht die Fondsgesellschaft pleite, ist es laut Basisinformationsblatt nicht betroffen. Eine Entschädigung wie bei der Einlagensicherung gibt es aber nicht. Das Risiko liegt vor allem bei den Staaten, deren Anleihen der Fonds hält, und beim Zinsniveau; ein kleines Restrisiko auch bei der Verwahrstelle und bei Banken, an die der Fonds Wertpapiere verleiht. Bei großen Summen hat der ETF einen praktischen Vorteil: ein Depot statt fünf Festgeldkonten.

Wie Festgeld zu Tagesgeld steht, wenn du das Geld vielleicht doch früher brauchst, steht unter Festgeld oder Tagesgeld.

Steuern: fast gleich, mit einer Falle beim Festgeld

Zinsen aus Festgeld und Erträge aus Anleihen-ETFs kosten denselben Satz: 26,375 % Abgeltungsteuer mit Soli, dazu Kirchensteuer, wenn du sie zahlst, auf alles über dem Sparerpauschbetrag von 1.000 € im Jahr, bei Ehepaaren 2.000 €. Die Teilfreistellung, die Aktien-ETFs haben, gibt es für Anleihen-ETFs nicht.

Verschieden ist der Zeitpunkt. Der ETF schüttet nur einen Teil seines Ertrags aus, in den letzten zwölf Monaten 2,17 %. Der Rest steckt im Kurs und wird zum größten Teil erst beim Verkauf versteuert; nur wenn die Ausschüttung unter dem Basisertrag der Vorabpauschale bleibt, für 2026 sind das 2,24 % des Werts vom Jahresanfang, wird die Differenz schon im Januar fällig, höchstens aber der Wertzuwachs des Jahres. Beim kurzen ETF geht es dabei um wenige Euro.

Beim Festgeld steckt die Falle in der Zinszahlung. Manche Banken zahlen die Zinsen eines mehrjährigen Festgelds erst am Ende aus, und versteuert wird im Jahr der Auszahlung. Aus 20.000 € zu 3,50 % werden über zwei Jahre mit Zinseszins 1.424,50 €, alle in einem Jahr. Bleibt sonst nichts für den Pauschbetrag übrig, sind 424,50 € steuerpflichtig, das kostet 111,96 €. Mit jährlicher Zinszahlung bleiben 700 € im Jahr unter dem Pauschbetrag, und die Steuer ist null. Die Angebote in der Tabelle oben schreiben die Zinsen jährlich gut. Bei anderen lohnt sich ein Blick in die Bedingungen, bevor du abschließt.

Meine Einschätzung

Für den sicheren Teil meines Depots nehme ich die Rendite, die feststeht. Das ist zurzeit Festgeld mit deutscher Einlagensicherung, als Leiter über ein bis drei Jahre, und nicht der Anleihen-ETF. Es bringt mehr als der kurze ETF und mehr als die Bundesanleihe, es kann nicht im Kurs fallen, und es wird jedes Jahr ein Teil frei.

Wer sicher am selben Tag umschichten will, findet im kurzen Anleihen-ETF ein gutes Werkzeug und zahlt dafür rund einen Viertelprozentpunkt Zins. Den breiten Anleihen-ETF mit langen Laufzeiten würde ich nur kaufen, wenn ich eine Duration von fast sieben Jahren verstehe und aushalte: ein Verlust wie 2022, und der Fonds braucht Jahre, bis er wieder vorn liegt. Wer auf fallende Zinsen setzt, kann damit gewinnen. Nur ist das eine Zinswette, kein sicherer Teil.

Die nächste Entscheidung der EZB fällt am 29. Oktober 2026. Den Einlagesatz hat sie in diesem Jahr zweimal erhöht, zuletzt mit Wirkung zum 16. September auf 2,50 %. Für das Festgeld, das du heute abschließt, ist das egal. Für den Kurs jedes Anleihen-ETF nicht.

Häufige Fragen zu Anleihen-ETF und Festgeld

Ja. Steigen die Zinsen, fällt der Kurs, und zwar um ungefähr so viele Prozent je Prozentpunkt Zinsanstieg, wie die Duration Jahre hat. Ein breiter Euro-Staatsanleihen-ETF hat 2022 18,5 % verloren, ein kurzer mit ein bis drei Jahren Laufzeit 4,3 %. Festgeld kann nominal nicht verlieren.

Bei gleicher Laufzeit zurzeit ja, wenn du ein gutes Angebot nimmst. Im Oktober 2026 zahlen Banken mit deutscher Einlagensicherung 3,50 % für zwei Jahre, ein kurzer Anleihen-ETF bringt nach Kosten rund 3,24 %. Der Schnitt aller neuen Festgelder lag im August mit 2,64 % darunter. Ein breiter ETF mit langen Laufzeiten bringt mit 3,76 % etwas mehr als lange Festgelder mit 3,60 %, schwankt aber stark.

Mit 26,375 % Abgeltungsteuer mit Soli auf alles über dem Sparerpauschbetrag von 1.000 €, wie Zinsen. Eine Teilfreistellung wie bei Aktien-ETFs gibt es nicht. Kursgewinne werden größtenteils erst beim Verkauf versteuert, ein kleiner Teil über die Vorabpauschale schon vorher.

In der Regel nicht. Ein ordentliches Kündigungsrecht gibt es nicht, nur die Kündigung aus wichtigem Grund, etwa bei Tod oder Privatinsolvenz. Manche Banken lassen dich aus Kulanz heraus, meist ohne Zinsen.

Quellen

  • Finanzfluss: Festgeld-Vergleich für 2 Jahre mit Daten von biallo.de, aktualisiert am 01.10.2026 (3,50 % bei Ascory Bank, Isbank und Bank of Scotland, jeweils deutsche Einlagensicherung und jährliche Zinsgutschrift); dieselbe Quelle für 1, 3, 5 und 10 Jahre (Isbank 1 Jahr 3,50 %, Bank of Scotland 3 Jahre 3,60 %, Grenke Bank 5 Jahre 3,60 %, IKB Deutsche Industriebank 10 Jahre 3,60 %); Biallo: Festgeld-Vergleich, Datenstand 20.10.2026 (Oyak Anker Bank 1 Jahr 3,50 %)
  • Deutsche Bundesbank: MFI-Zinsstatistik, Neugeschäft, Einlagen privater Haushalte mit vereinbarter Laufzeit bis 1 Jahr und über 1 bis 2 Jahre (Monatswerte 2016 bis August 2026; Jahresmittel selbst berechnet)
  • Deutsche Bundesbank: Zinsstruktur börsennotierter Bundeswertpapiere, Tageswerte zu den Jahresenden 2015 bis 2025 und am 19.10.2026
  • iShares: € Govt Bond 1-3yr UCITS ETF (IE00B14X4Q57), Produktseite vom 20.10.2026 (Effektivverzinsung 3,34 % und Duration 1,85 am 16.10.2026), Factsheet September 2026 (Restlaufzeit, Länderaufteilung, Ausschüttungsrendite, Wertentwicklung 2016 bis 2025) und Basisinformationsblatt vom 03.09.2026 (laufende Kosten 0,10 %, Insolvenzschutz)
  • iShares: Core € Govt Bond UCITS ETF (IE00B4WXJJ64), Produktseite vom 20.10.2026 (Effektivverzinsung 3,83 %, Wertentwicklung seit Jahresbeginn −2,38 % am 16.10.2026), Factsheet September 2026 (Duration, Restlaufzeit, Wertentwicklung 2016 bis 2025) und Basisinformationsblatt vom 03.09.2026 (laufende Kosten 0,07 %)
  • Europäische Zentralbank: Key ECB interest rates (Einlagesatz 2,25 % ab 17.06.2026, 2,50 % ab 16.09.2026) und Sitzungskalender 2026 (29.10.2026)
  • Finanztip: Festgeld vorzeitig kündigen, Stand 06.08.2025; Bürgerliches Gesetzbuch, Stand 2026: § 314 (Kündigung aus wichtigem Grund)
  • Einkommensteuergesetz, Stand 2026: § 11 Abs. 1 (Zuflussprinzip), § 20 Abs. 1 Nr. 3 und Nr. 7, Abs. 9 (Investmenterträge, Zinsen, Sparer-Pauschbetrag), § 32d (Abgeltungsteuer); Investmentsteuergesetz, Stand 2026: § 16 (Investmenterträge), § 18 (Vorabpauschale), § 20 (Teilfreistellung nur für Aktien-, Misch- und Immobilienfonds)
  • Einlagensicherungsgesetz, Stand 2026: § 8 Abs. 1 (Deckungssumme 100.000 €)

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