Vermögenswirksame Leistungen: Geschenktes Geld in den ETF
40 € VL vom Arbeitgeber: Ich rechne ETF-Sparplan, Banksparplan und Bausparvertrag durch und zeige, was netto bleibt und ab welcher Rate sich der ETF lohnt.
Stefan LaunWirtschaftsmathematiker und Finanz-Experte40 € vom Chef kosten dich 18 € netto
Vermögenswirksame Leistungen sind Lohn, den dein Arbeitgeber nur zahlt, wenn du ihm eine Anlage nennst, in die das Geld fließen soll. Solange du keine nennst, zahlt er nicht. Wie viel es gibt, steht im Tarif- oder Arbeitsvertrag: im öffentlichen Dienst 6,65 € im Monat für Vollzeitkräfte (§ 23 TVöD). Der VL-Anbieter finvesto schreibt, viele Arbeitgeber zahlten bis zu 40 €. Ich rechne unten mit 40 € im Monat und danach mit den 6,65 €.
Geschenkt ist das Geld nur brutto. Die 40 € gehen ungekürzt in den Vertrag, aber Lohnsteuer und Sozialabgaben darauf werden von deinem übrigen Lohn abgezogen. Bei 42.000 € Jahresbrutto, ledig und kinderlos, sind das im Jahr 104,40 € Sozialabgaben und 111 € Steuer, zusammen 215,40 €. Auf dem Konto kommen also jeden Monat knapp 18 € weniger an als ohne VL, und im Vertrag liegen 40 € mehr. Das ist immer noch ein gutes Geschäft: 480 € für 215 €, von denen knapp 45 € als Rentenbeitrag ohnehin für dich arbeiten.
Musterfall: 42.000 € brutto im Jahr, ledig, kinderlos, ohne Kirchensteuer, gesetzlich versichert mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag (2,9 %), außerhalb Sachsens, Werte 2026.
Meine Ausgangsthese für diesen Artikel war: Ein VL-Sparplan auf einen ETF schlägt Bausparvertrag und Banksparplan auch nach der Depotgebühr; die Arbeitnehmer-Sparzulage ist für die meisten nur ein kleiner Zuschlag, der Hauptgewinn ist das Geld vom Arbeitgeber.
Nach dem Rechnen stimmt der erste Teil für 40 € im Monat, und auch dort nur als Erwartung, nicht als Garantie. Für kleine Beträge stimmt er nicht. Beim zweiten Teil stimmt die Reihenfolge: Das Geld vom Arbeitgeber ist im Musterfall in sechs Jahren netto 1.588 € wert, die Zulage 480 €. Klein ist sie damit aber nicht. Sie legt 30 % auf den Nettovorteil, und sie entscheidet darüber, wie viel Kursverlust der ETF verträgt.
3.664 €
ETF-Sparplan nach 7 Jahren bei 7 % Rendite, 2.880 € eingezahlt
3.122 €
Banksparplan mit 2 % Festzins, ohne Risiko und ohne Kosten
480 €
Sparzulage in sechs Jahren, wenn dein Einkommen unter der Grenze liegt
Drei Verträge, sieben Jahre
Das Fünfte Vermögensbildungsgesetz kennt mehrere Anlageformen. Für Angestellte ohne Belegschaftsaktien sind drei Verträge üblich:
| Vertrag | Zulage | bis |
|---|---|---|
| Fondssparplan (auch ETF) | 20 % | 400 € |
| Bausparvertrag | 9 % | 470 € |
| Banksparplan | keine | – |
Als Fondssparplan zählt nur ein Fonds mit mindestens 60 % Aktien (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe c); welche ETFs das erfüllen, weist der Anbieter aus. Die Zulage wird auf volle Euro aufgerundet: 80 € im Jahr beim Fondssparplan, 43 € beim Bausparen.
Bei Fonds- und Banksparplan wird sechs Jahre eingezahlt, nach sieben Jahren ist das Geld frei. Die Sperrfrist beginnt am 1. Januar des Jahres, in dem die erste Rate eingeht (§ 4 Abs. 2, § 8 Abs. 2). Wer im Oktober 2026 startet, zahlt bis September 2032 ein und kommt Ende 2032 an sein Geld, nach gut sechs Jahren statt nach sieben. Beim Bausparvertrag laufen die sieben Jahre ab Vertragsabschluss, eine feste Einzahlungsdauer gibt es dort nicht.
Vorher verkaufen kostet die Zulage. Ausnahmen macht das Gesetz unter anderem bei Tod oder völliger Erwerbsunfähigkeit, nach mindestens einem Jahr Arbeitslosigkeit, bei Heirat frühestens zwei Jahre nach Beginn der Sperrfrist und beim Schritt in die Selbständigkeit (§ 4 Abs. 4).
Die Rechnung: 40 € im Monat, sieben Jahre
Der Vertrag startet im Januar, der Arbeitgeber zahlt 72 Raten zu 40 €, zusammen 2.880 €. Abgerechnet wird am Ende des siebten Jahres. Ich habe für jeden Weg einen Vertrag genommen, den es im Oktober 2026 so gibt:
- ETF-Sparplan bei finvesto (FNZ Bank): 12 € Vertragsentgelt im Jahr, 0,20 % auf jeden Kauf und Verkauf. Der ETF kostet 0,20 % im Jahr. Rendite vor Fondskosten 7 % wie in unseren Rechnern.
- Banksparplan der ING: 2 % Festzins, keine Kosten (Stand 10.10.2026).
- Banksparplan der PSD Bank Rhein-Ruhr: 1,35 % Zins, der sich ändern kann, plus 288 € Bonus am Ende. Die Bank nennt selbst 3.292 € nach sieben Jahren. Sie ist eine regionale Bank mit Filialen in Düsseldorf und Dortmund; ob sie Kunden von außerhalb nimmt, habe ich nicht geklärt. Der Vertrag steht hier als Beispiel dafür, was ein Banksparplan mit Bonus bringen kann.
- Bausparvertrag Wüstenrot Wohnsparen Kompakt: 0,20 % Guthabenzins, 1 % Abschlussgebühr auf die Mindestbausparsumme von 10.000 €, also 100 €.
- Zum Vergleich ein aktiv gemanagter Aktienfonds im selben finvesto-Depot: 2,5 % Ausgabeaufschlag (finvesto gibt derzeit 50 % Rabatt auf die regulären 5 % der dort meistgekauften VL-Fonds), 1,5 % laufende Kosten, dieselben 7 % vor Kosten.
72 Raten zu 40 €, Start im Januar, Wert am Ende des siebten Jahres. ETF und aktiver Fonds sind Erwartungswerte. Der ING-Wert steht fest, der PSD-Wert gilt beim heutigen Zins.
Der ETF liegt 542 € vor dem Banksparplan der ING und 371 € vor dem der PSD. Seine Kosten in den sieben Jahren: 84 € Vertragsentgelt, knapp 6 € für die Käufe, gut 7 € für den Verkauf. Dazu kommt bei jedem Kauf die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs, die ich nicht beziffern kann. Allein das Vertragsentgelt sind 2,9 % der Einzahlungen, viel für einen ETF-Sparplan, bei 40 € im Monat aber zu verkraften.
Der Kompakt-Tarif bringt weniger zurück, als eingezahlt wurde: Die Abschlussgebühr ist höher als alle Zinsen zusammen. Wüstenrot hat mit Wohnsparen Trend auch einen Tarif mit variablem Zins zwischen 0,2 % und 4 %. Selbst mit 2 % über die ganze Laufzeit käme er auf rund 3.000 € und bliebe hinter beiden Banksparplänen. Unter 24-Jährigen stellt Wüstenrot außerdem bis zu 200 € Jugendbonus in Aussicht. Mit dem vollen Bonus läge der Trend-Tarif bei 2 % mit rund 3.200 € vor dem ING-Banksparplan; die Bedingungen dafür habe ich nicht geprüft und deshalb ohne Bonus gerechnet. Ein Bausparvertrag rechnet sich für jemanden, der das Darlehen tatsächlich will.
Der aktive Fonds kostet bei gleicher Wertentwicklung vor Kosten 259 € gegenüber dem ETF. Wie sich Ausgabeaufschlag und laufende Kosten über längere Zeiträume auswirken, zeigt der Fonds-Sparplanrechner.
Wichtiger als die 7 % ist, was der ETF mindestens bringen muss. Vor Fondskosten braucht er 1,0 % im Jahr, damit du deine Einzahlungen zurückbekommst, 3,0 %, um den ING-Banksparplan einzuholen, und 4,3 % für den Banksparplan mit Bonus.
Startet der Vertrag im Oktober statt im Januar, hat das Geld weniger Zeit, das Vertragsentgelt fällt aber trotzdem für sieben Kalenderjahre an. Der ETF kommt dann bei 7 % auf 3.482 €, der ING-Banksparplan auf 3.076 €. Der Vorsprung schrumpft auf 406 €.
Die Steuer ändert die Reihenfolge nicht. Solange dein Sparerpauschbetrag reicht, fällt keine an. Ist er verbraucht, gehen beim Verkauf des ETF rund 145 € vom Gewinn ab, beim ING-Banksparplan rund 64 € von den Zinsen.
Sieben Jahre sind für Aktien kurz
Ein Erwartungswert ist kein Versprechen. Ich habe deshalb mit den Monatswerten des MSCI World (Net Return, in Euro) nachgerechnet, was derselbe VL-Vertrag mit denselben Kosten in der Vergangenheit gebracht hätte: 226 Sparpläne, der erste ab Januar 2001, der letzte ab Oktober 2019.
| Ergebnis nach 7 Jahren | Wert |
|---|---|
| Schlechtester Sparplan (Start März 2002) | 1.894 € |
| Mittlerer Sparplan | 4.230 € |
| Bester Sparplan (Start April 2008) | 5.488 € |
| Weniger als eingezahlt | 27 von 226 |
| Weniger als 3.122 € (ING heute) | 42 von 226 |
| Weniger als 3.292 € (PSD heute) | 54 von 226 |
In knapp jedem fünften Fall hätte der ETF also gegen einen Banksparplan mit den heutigen 2 % verloren, gegen den mit Bonus in knapp jedem vierten. Die 42 Sparpläne begannen alle zwischen März 2001 und Januar 2005 und endeten zwischen 2008 und 2011, in der Finanzkrise und den Jahren danach. Die Fenster überlappen sich stark, das sind keine 42 unabhängigen Unfälle, sondern ein einziger großer.
Die Stichprobe hat zwei Seiten. Sie beginnt im Dezember 2000, mitten im Abschwung nach der Internetblase. Jeder der 177 Sparpläne mit Start nach Januar 2005 lag am Ende dagegen über dem ING-Banksparplan, und der mittlere Sparplan entspricht nach Kosten einer Rendite von 9,6 % im Jahr. Meine Annahme von 7 % ergibt nach Kosten 6,0 %. Außerdem messe ich die Verlierer am Zins von heute, nicht an dem ihrer Zeit. Was bleibt: Wer genau in sieben Jahren das Geld braucht, sollte wissen, dass am Ende auch 1.900 € statt 2.880 € stehen können.
Niemand zwingt dich allerdings, am Ende der Sperrfrist zu verkaufen. Die Anteile gehören dir und lassen sich in ein anderes Depot übertragen. Wer das Geld dann nicht braucht, wartet einen Einbruch ab.
Die Sparzulage ist kein Kleingeld
Die Zulage bekommt, wer ein zu versteuerndes Einkommen von höchstens 40.000 € hat, bei Zusammenveranlagung 80.000 € (§ 13 Abs. 1). Das ist nicht das Brutto. Für Ledige ohne Kinder, die außer den Pauschalen nichts absetzen, entspricht das 2026 rund 51.600 € Jahresbrutto. Mit Kindern liegt das passende Brutto höher, weil für diese Rechnung die Kinderfreibeträge abgezogen werden (§ 2 Abs. 5 EStG).
Beim ETF-Sparplan sind es 80 € im Jahr, in sechs Jahren 480 €. Das sind 17 % auf die Einzahlungen und gut 60 % dessen, was der ETF in den sieben Jahren voraussichtlich verdient (784 €). Und sie kommt unabhängig vom Kursverlauf.
| Mit Zulage nach 7 Jahren | Wert |
|---|---|
| ETF-Sparplan + 480 € | 4.144 € |
| Banksparplan mit Bonus (PSD) | 3.292 € |
| Banksparplan (ING) | 3.122 € |
| Bausparvertrag + 258 € | 3.060 € |
Der Kompakt-Bausparvertrag bleibt selbst mit Zulage hinter beiden Banksparplänen ohne Zulage. Und mit Zulage wird der ETF robust: Gegen den ING-Banksparplan darf er vor Fondskosten 1 % im Jahr verlieren, gegen den mit Bonus reichen 0,4 % Rendite. In den historischen Daten hätte er mit Zulage noch in 15 von 226 Fällen hinter dem ING-Wert gelegen, in 23 hinter dem der PSD.
Beantragt wird die Zulage mit der Steuererklärung, für jedes Jahr einzeln und bis zu vier Jahre rückwirkend. Voraussetzung ist, dass du beim Anbieter in die elektronische Meldung ans Finanzamt eingewilligt hast (§ 13 Abs. 1), und zwar spätestens bis zum Ende des zweiten Jahres nach dem Jahr der Einzahlung. Ausgezahlt wird sie in einer Summe, wenn die Sperrfrist abgelaufen ist (§ 14 Abs. 4). Wer sie nicht beantragt, bekommt sie nicht.
Bei 6,65 € frisst das Vertragsentgelt den Vorsprung
Im öffentlichen Dienst zahlt der Arbeitgeber einer Vollzeitkraft 6,65 € im Monat, in sechs Jahren 478,80 €. Die 84 € Vertragsentgelt sind davon 17,5 %. Bei 7 % Rendite und Start im Januar kommt der ETF auf 523 €, der ING-Banksparplan auf 519 €. Vier Euro Unterschied, und nur einer der beiden Wege kann schiefgehen. Bei Start im Oktober liegt der ETF sogar hinten, 493 € gegen 511 €. Dasselbe gilt, wenn beim Ausstieg im achten Jahr noch einmal ein Entgelt von 12 € fällig wird, was das Preisverzeichnis nicht ausschließt. Bringt der ETF 5 % statt 7 %, lohnt er sich gegenüber dem Banksparplan erst ab etwa 11 € im Monat, bei 4 % ab etwa 17 €.
Mit Zulage sieht es anders aus. Auf 79,80 € im Jahr gibt es 16 €, in sechs Jahren 96 €. Dann stehen 619 € gegen 519 €, und dem ETF reichen 1,9 % Rendite vor Fondskosten. Sicher ist das nicht: In den historischen Daten lag er bei dieser Rate trotz Zulage in 34 von 226 Fällen hinter dem Banksparplan, ohne Zulage in 64.
Für kleine VL-Beträge ohne Zulage gibt es zwei vernünftige Wege.
Der erste ist der kostenlose Banksparplan: Vertrag eröffnen, Formular beim Arbeitgeber abgeben, fertig.
Der zweite ist Aufstocken. Dein Arbeitgeber muss auf schriftliches Verlangen auch Teile deines Lohns vermögenswirksam anlegen (§ 11 Abs. 1). Wer 6,65 € bekommt und aus dem eigenen Lohn auf 33,34 € im Monat erhöht, legt 400 € im Jahr an. Liegt das Einkommen unter der Grenze, gibt es darauf 80 € Zulage statt 16 €. Das gilt genauso für Angestellte, deren Arbeitgeber gar keine VL zahlt. Gegenüber einem normalen Sparplan bei einem Broker ohne Depotgebühr bleiben nach den Kosten des VL-Vertrags rund 360 € Vorteil in sieben Jahren, 15 % der Einzahlung; dafür ist das Geld gebunden. Ohne Anspruch auf die Zulage würde ich nicht aufstocken.
Zwei Fälle, in denen ich anders entscheiden würde
Wer ein Haus oder eine Wohnung abbezahlt, kann die VL in die Tilgung des Kredits lenken (§ 2 Abs. 1 Nr. 5). Voraussetzung ist, dass dir die Immobilie gehört oder mitgehört und dass der Kreditvertrag Sondertilgungen zulässt. Die Bank bestätigt schriftlich, dass das Geld dafür verwendet wird; der Arbeitgeber darf es dann auch an dich überweisen (§ 3 Abs. 3). Das kostet keinen Vertrag, und es gibt keine Sperrfrist: Wer unter der Einkommensgrenze liegt, bekommt 9 % Zulage auf bis zu 470 € jedes Jahr direkt vom Finanzamt.
Als Geldanlage betrachtet bringt die Tilgung den Kreditzins. Bei 3,5 % entspricht das nach sieben Jahren rund 3.320 €, mit Zulage rund 3.570 €, weniger als der Erwartungswert des ETF, aber sicher. Wer ohnehin sondertilgt, hat noch eine bessere Möglichkeit: Die VL ersetzen 40 € eigene Sondertilgung, und die frei gewordenen 40 € gehen in einen normalen ETF-Sparplan ohne Depotgebühr und ohne Sperrfrist. Bei 7 % sind das nach sieben Jahren 3.782 € statt der 3.664 € im VL-Vertrag. Mit Zulage liegt der VL-ETF vorn, 4.144 € gegen 4.040 €.
Und wer das Geld in sieben Jahren sicher braucht, etwa als Teil des Eigenkapitals, nimmt einen Banksparplan.
Bietet dein Arbeitgeber an, die VL stattdessen in eine betriebliche Altersvorsorge zu lenken, ist das eine andere Rechnung, weil Steuern und Abgaben dort erst im Alter anfallen. Die habe ich hier nicht gemacht.
Was ich machen würde
Ab etwa 20 € VL im Monat und mit sieben Jahren Geduld: ETF-Sparplan auf einen Welt-ETF. Damit er auch bei nur 4 % Rendite vor dem ING-Banksparplan liegt, braucht es bei Start im Januar 17 € im Monat, bei Start im Oktober knapp 22 €. Wer die Zulage bekommt, hat zusätzlich einen Puffer von 480 €. Gegen einen Banksparplan mit Bonus wie den der PSD muss der ETF 4,3 % schaffen; wer an so einen Vertrag kommt und keine Zulage bekommt, entscheidet nach Risikoneigung.
Darunter und ohne Zulage: Banksparplan. Die 12 € im Jahr sind bei so kleinen Beträgen zu teuer. Mit Zulage ist der ETF auch bei kleinen Beträgen vertretbar, der Vorsprung ist dann aber kein sicherer.
Einen Bausparvertrag nur für die VL würde ich nicht abschließen. Wer ohnehin einen bespart, weil er das Darlehen will, kann die VL dorthin lenken.
Und nach der Sperrfrist nicht einfach liegen lassen. Für freie Anteile sieht das Preisverzeichnis von finvesto das normale Depotentgelt vor, 12,25 € im Quartal. Das sind 49 € im Jahr, bei 3.664 € Depotwert 1,3 %. Eine Freigrenze von 1.000 € nennt es nur für Positionen, in denen auch noch gesperrte Anteile liegen. Die Anteile lassen sich in ein kostenloses Depot übertragen, Kaufdaten und Einstandskurse wandern mit. Am besten gleich im Januar: Die Entgelte werden auch für angefangene Zeiträume voll berechnet. Welche Broker ohne Depotgebühr auskommen, steht im Depot-Vergleich. Für alles, was danach kommt, rechnet der ETF-Sparplan-Rechner mit Startkapital und Sparrate weiter; die Kosten und das Ruhejahr eines VL-Vertrags bildet er nicht ab.
Am teuersten ist die vierte Möglichkeit: gar keinen Vertrag haben. Dann zahlt der Arbeitgeber nicht, und nachholen lässt sich je nach Tarifvertrag höchstens ein kleiner Teil. Bei 40 € im Monat sind das im Musterfall 265 € netto im Jahr.
Häufige Fragen zu vermögenswirksamen Leistungen
Nein. Der Arbeitgeber zahlt sie nur in eine Anlage, die das Vermögensbildungsgesetz zulässt. Ob er für zurückliegende Monate nachzahlt, regelt der Tarifvertrag; im öffentlichen Dienst sind es höchstens die zwei Monate vor der Mitteilung im selben Kalenderjahr.
Nein. Sie sind normaler Arbeitslohn, auf den Lohnsteuer und Sozialabgaben anfallen. Steuerfrei ist nur die Arbeitnehmer-Sparzulage.
Wer ein zu versteuerndes Einkommen von höchstens 40.000 € hat, bei Zusammenveranlagung 80.000 €. Für Fondssparpläne gibt es 20 % auf bis zu 400 € im Jahr, fürs Bausparen 9 % auf bis zu 470 €. Der Antrag läuft über die Steuererklärung.
Der Vertrag gehört dir, nicht dem Arbeitgeber. Zahlt der neue Arbeitgeber VL, gibst du ihm die Vertragsdaten. Zahlt er keine, kannst du über ihn Teile deines eigenen Lohns in den Vertrag einzahlen lassen. Fließt bei einem Fondssparplan in einem ganzen Kalenderjahr nichts ein, gilt der Vertrag als unterbrochen (§ 4 Abs. 6): Die Sperrfrist läuft für das Angesparte weiter, für neue VL brauchst du aber einen neuen Vertrag.
Ja, die beiden Zulagen gibt es nebeneinander: bis zu 80 € und bis zu 43 € im Jahr. Dafür müssen aber 870 € im Jahr vermögenswirksam angelegt werden; was der Arbeitgeber nicht zahlt, kommt aus dem eigenen Lohn.
Quellen
- Fünftes Vermögensbildungsgesetz, Stand 2026: § 2 Abs. 1 (Anlageformen, Aktienanteil von 60 %) und Abs. 6 (VL sind steuer- und beitragspflichtiger Lohn), § 3 Abs. 3 (Überweisung an den Arbeitnehmer bei wohnwirtschaftlicher Verwendung), § 4 (Sparvertrag über Wertpapiere, Sperrfrist, unschädliche Verfügung, Unterbrechung), § 8 (Sparvertrag), § 11 (Anlage von Teilen des Arbeitslohns), § 13 (Einkommensgrenzen, Höhe der Zulage, Einwilligung in die Datenübermittlung), § 14 Abs. 4 (Antrag und Fälligkeit)
- Verordnung zur Durchführung des Fünften Vermögensbildungsgesetzes, Stand 2026: § 6 Abs. 1 (Antrag mit der Steuererklärung, Aufrundung auf volle Euro), § 7 Abs. 1 Nr. 1 (Auszahlung durch das Finanzamt bei wohnwirtschaftlicher Verwendung)
- Wohnungsbau-Prämiengesetz, Stand 2026: § 2 Abs. 3 (Bindungsfrist von sieben Jahren seit Vertragsabschluss)
- Bundesministerium der Finanzen: Anwendung des Fünften Vermögensbildungsgesetzes, BMF-Schreiben vom 31.05.2024 (Beginn der Sperrfrist Rn. 15 und 30, Unterbrechung Rn. 31 f., Voraussetzungen der wohnwirtschaftlichen Verwendung Rn. 51, Antragsfrist und Einwilligung Rn. 85, zwei Zulagen nebeneinander Rn. 91)
- Einkommensteuergesetz, Stand 2026: § 2 Abs. 5 (zu versteuerndes Einkommen, Kinderfreibeträge), § 32a (Tarif 2026)
- Sozialgesetzbuch, Stand 2026: Beitragssatz der allgemeinen Rentenversicherung 2026 (18,6 %), § 341 SGB III (Arbeitslosenversicherung 2,6 %), § 241 SGB V (Krankenversicherung 14,6 %), § 55 SGB XI und Pflege-Beitragssatz-Anpassungsverordnung 2025 (Pflegeversicherung 3,6 %, Kinderlose 0,6 Punkte mehr)
- Bundesministerium für Gesundheit: Bekanntmachung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes 2026 (2,9 %) vom 07.11.2025
- Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD), Fassung ab 01.01.2026: § 23 Abs. 1 (vermögenswirksame Leistungen, 6,65 € monatlich für Vollbeschäftigte)
- FNZ Bank: Preis- und Leistungsverzeichnis für das finvesto Klassik Depot, gültig ab 01.07.2025 (VL-Vertragsentgelt 12 €, ETF-Transaktionsentgelt 0,20 %, Depotführungsentgelt 12,25 € je Quartal)
- finvesto: Vermögenswirksame Leistungen, derzeit 50 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag (2,5 % statt 5 % bei den meistgekauften VL-Fonds), „viele Arbeitgeber zahlen bis zu 40 Euro“, abgerufen am 10.10.2026
- ING: VL-Sparen, 2 % Festzins, Stand 10.10.2026
- PSD Bank Rhein-Ruhr: PSD VL-Sparen, 1,35 % Zins (freibleibend, gültig ab 01.06.2023), 288 € Bonus, 3.292,22 € nach sieben Jahren, abgerufen am 10.10.2026
- Wüstenrot: Bauspartarife, Wohnsparen Kompakt (0,20 % Guthabenzins, 1 % Abschlussgebühr, Mindestbausparsumme 10.000 €) und Wohnsparen Trend (0,2 % bis 4 %), abgerufen am 10.10.2026
- MSCI: MSCI World Index (Indexcode 990100), Net Return in Euro, Monatsendstände Dezember 2000 bis September 2026, abgerufen am 10.10.2026
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine steuerliche Beratung oder Anlageberatung. Bei individuellen Fragen wende dich an einen Steuerberater.